Die Zukunft der ukrainischen Außenpolitik liegt auf jungen Schultern
In der ukrainischen Außenpolitik dominiert seit vielen Jahren ein kleiner Expertenkreis und Nachwuchswissenschaftlern und jungen Experten – potenziellen Trägern neuer Ideen - fällt es schwer, in den außenpolitischen Diskussionen Gehör zu finden. Ein zusätzliches Problem lag in den letzen Jahren in den spontanen Entscheidungen der politisch Verantwortlichen und ihrer ausschließlichen Konzentration auf Tagesprobleme, ohne langfristige Strategien zu beachten.
Diesen Problemen nimmt sich die FES in der Ukraine mit dem neuen Projekt „COMPASS 2020“ an.
Das ukrainische Projekt „COMPASS 2020“ orientiert sich am Projekt „Kompass 2020“, das seit 2007 erfolgreich in Deutschland von der FES realisiert wird.
Im Rahmen eines Wettbewerbs meldeten viel mehr Nachwuchswissenschaftler ihr Interesse an, als erwartet wurde, so dass FES die Qual der Wahl hatte. Das zeugt zweifellos vom großem jungen Potenzial auf diesem Gebiet in der Ukraine.
Zum Auftakt des Projektes wurde am 22.-23. März ein Szenarioworkshop mit Christos Katsioulis, in der Berliner FES zuständig für KOMPASS 2020 durchgeführt. Die in diesem Training vermittelten Kenntnisse werden in den nächsten Wochen zur theoretischen Basis für die Entwicklung von politischen Szenarien und langfristigen Strategien für eine Reihe von alten und neuen Themen der außenpolitischen Beziehungen der Ukraine, denn alle Teilnehmer werden die neu erworbenen Fertigkeiten einsetzen und die Arbeit an der Entwicklung von außenpolitischen Szenarien, jeder zu einem selbst gewähltem Thema fortsetzen. Neben traditionellen Themen, wie z.B., die Rolle der Ukraine im europäischen Sicherheitssystem, Sicherheit in der Schwarzmeerregion, Ukraine-EU-Beziehungen, wurden auch einige in der heutigen Expertendebatte zu wenig bearbeiteten Themen ausgewählt, die für die Ukraine aber sehr akut sind: wie z.B., Außenpolitik und demographische Probleme, Migration, ethnische Minderheiten usw.
In der nächsten Phase des Projektes ist die Publikation der besten Forschungsarbeiten vorgesehen. Sie sollen dann in einer Veranstaltungsserie mit Politikern und Experten öffentlich diskutiert werden. Damit bekommen nicht nur die Nachwuchsforscher die Chance, sich im Kreise der Experten zu zeigen, sondern es werden auch Impulse für eine moderne außenpolitische Strategie der Ukraine angeboten.
Taras Mykhalniuk


