Am 14.-18. März 2004 wurde eine hochrangige ukrainische Delegation (leitende Führungskräfte aus dem Parlament, dem Außenministerium, der Zentralbank und der Wissenschaft) von der Friedrich-Ebert-Stiftung nach Berlin eingeladen, um sich über den Diskussionsstand in Deutschland über die Chancen und Herausforderungen der Globalisierung zu informieren. Im Rahmen der zahlreichen Gespräche in verschiedenen Ministerien, Industrieverbänden, Großkonzernen, führenden wissenschaftlichen Einrichtungen und einer globalisierungskritischen NGO hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, mehr über die verschiedenen Ansätze zu Globalisierung in Deutschland zu erfahren und Meinungen auszutauschen.
In Gesprächen mit Leitern der für Globalisierung zuständigen Abteilungen und Referaten des Auswärtigen Amtes, Bundeskanzleramtes, Bundesfinanzministeriums, Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit, bei DaimlerChrysler, dem Bundesverband der Deutschen Industrie, dem Deutschen Gewerkschaftsbund etc. wurden folgende Themen angesprochen: 
- Entwicklung transnationaler Netzwerke
- Logistik- und Finanztransaktionen
- Marktpräsenz- und Produktionsverlagerungsstrategien
- Uniformierung und Hierarchisierung interregionaler Strukturen
- Umbau staatlicher und privater Institutionen
- Auswirkungen auf öffentliche Haushalte
- Konsequenzen für den Arbeitsmarkt
- Verlagerung von umweltbelastenden Betrieben
- Stellenwert supranationaler Einrichtungen
- Fragen der Notwendigkeit der Reformierung von internationalen Institutionen
- Konsequenzen eines ökononomisch definierten Standortwettbewerbes
- Fragen zum Aufbau internationaler Sicherheitssysteme (Frauenhandel, Finanztransfer, Waffenhandel etc.)
- Auswirkungen auf die Privatwirtschaft
- Ukraine und Deutschland in den Globalisierungsprozessen: Chancen und Risiken
Während der Gespräche wurde von den deutschen Gesprächspartnern betont, dass die politische Gestaltung der Globalisierung notwendig und möglich ist.Es wurde ebenso auf die Notwendigkeit der Berücksichtigung der sozialen Dimension der Globalisierung und der Stärkung der Rolle der Vereinten Nationen hingewiesen.
Der Besuch hat veranschaulicht, dass das Thema Globalisierung integraler Bestandteil verschiedener Bundesministerien, Verbände, Betriebe und Institutionen ist, die für die Entwicklung längerfristiger Strategien Verantwortung tragen. Daneben gab der Besuch wesentliche Impulse zur Einbeziehung dieses Themas in nationale Diskussion in der Ukraine.


